Der Tod am Rande der Gesellschaft

von Mike Bembenek

Seit dem 21. Juli 1998 gibt es in Deutschland einen Gedenktag, von dem nur wenige, nur wirklich Betroffene wissen: den nationalen Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige. Ins Leben gerufen durch die Initiative verschiedener Organisationen und Verbände, die täglich mit Suchtkranken zu tun haben.

An dem kleinen Gedenkstein in der Dortmunder Innenstadt, nahe dem Stadtgarten, versammeln sich nur eine Handvoll Angehörige und Interessierte, die öffentlich ihrer verstorbenen Angehörigen oder Freunde gedenken. Eine Mahnwache soll es sein, still und ruhig. Und ein Ort zum Austausch, denn die Hinterbliebenen kämpfen oftmals seit Jahren um Akzeptanz und um Würde.

Akzeptanz und rechtliche Anerkennung für die Krankheit "Drogensucht" und Würde für die, die diese Krankheit nicht überwunden haben. Akzeptanz und Hilfe für ratlose und verzweifelte Angehörige und Würde im Umgang mit ihrer Trauer, Wut und Hilflosigkeit.

Der Gedenktag möchte das Bewusstsein der Bevölkerung für diese Krankheit schärfen, eine rechtliche Grundlage für die krankenkassenärztliche, medizinisch verantwortungsvolle Behandlung schaffen und somit die so oft entstehenden Konsequenzen dieser Krankheit, wie Beschaffungskriminalität und schwere Erkrankungen, minimieren, sie möglichst ausschließen.

Sicher tut es unserer Gesellschaft gut, an die Menschen am Rande zu denken, sie nicht kategorisch auszuschließen, sie nicht mit dem Lehrsatz "jeder ist seines Glückes Schmied" abzutun, sondern sie wahrzunehmen, ihnen einen Platz zu gewähren und Hilfe anzubieten − mitten in unserer Gesellschaft

Mehr Informationen und Möglichkeiten zum Engagement gibt es unter:

  • NRW Gesundheitsministerium
  • Bundesverband JES
  • DAH Deutsche AIDS-Hilfe e.V.
  • DSG Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V.

© Tomas Castelazo, www.tomascastelazo.com / Wikimedia Commons, via Wikimedia Commons

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